Hilfreiches

 

1. GdB und GdS

    b) Verschlechterungs/Verschlimmerungsantrag

2. Stress

3. Berufsbildungs- und Förderungswerke

 

 

1. GdB (Grad der Behinderung) und GdS (Grad der Schädigungsfolge)

 

GdB und GdS sind Maßeinheiten zur Festlegung der Schwere einer Behinderung. Es wird in Zehnerstufen von 20 aufwärts bis 100 ermittelt. Mit Schädigungsfolge wird jede Gesundheitsstörung bezeichnet deren Ursache die jeweilige Krankheit, die nach dem entsprechenden Gesetz zu berücksichtigen ist.

Beispiel: Ich habe Lupus und dadurch ist mein Rheuma entstanden. Lupus ist die Schädigung, Rheuma die Schädigungsfolge.

Der Antrag zur Feststellung des GdB wird beim Amt für soziale Angelegenheiten gestellt. Behindert gelten nach §2 Absatz 1 SGB IX Menschen, deren körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit zu einer Beeinträchtigung führt, die für einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten, von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht, und daher die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt.

Schwerbehindert gilt man ab einem GdB von 50, solang der Wohnsitz, gewöhnliche Aufenthalt oder Arbeitsplatz der betreffenden Person innerhalb der Bundesrepublik Deutschland liegt.

Gleichgestellt ist man ab einen GdB von 30 oder 40.

 

Was steht mir zu bei …

 

• 20% 

- Teilnahme am Behindertensport

 

• 30/40%

- Kündigungsschutz bei Gleichstellung

- Steuerfreibetrag: 

   GdB 30 -> 310€

   GdB 40 -> 430€

 

• 50%

- Schwerbehinderteneinstufung

- Bevorzugte Arbeitseinstellung oder Beschäftigung

- Kündigungsschutz

- Recht auf begleitende Hilfe im Arbeitsleben

- Freistellung von Mehrarbeit

- Eine Woche zusätzlich Urlaub

- Vorgezogene Altersrente ab 60/63 Jahren

- Vorgezogene Pensionierung von Beamten mit 60/62 Jahren

- Stundenermäßigung bei Lehrern

- Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung für Behinderte in Werkstätten

- Kfz-Finanzierungshilfe für Berufstätige

- Abzug eines Freibetrags bei der Einkommensermittlung im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung bei

  Pflegebedürftigen: 2100€

- Freibetrag beim Wohngeld bei Pflegebedürftigkeit: 1200€

- Steuerfreibetrag: 570€

 

• 60%

- Ermäßigter Rundfunkbeitrag von 5,99€ bei GdB allein wegen Sehbehinderung

- Steuerfreibetrag: 720€

 

• 70%

- Abzugsbetrag für Privatfahrten bei Merkzeichen „G“ bis zu

  3000 km x 0,30€ = 900€

- Steuerfreibetrag: 890€

 

• 80%

- Freibetrag beim Wohngeld bei Pflegebedürftigkeit: 1500€

- Abzug eines Freibetrags bei der Einkommensermittlung im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung bei

  Pflegebedürftigkeit: 4500€

- Abzugsbetrag für Privatfahrten bis zu 3000 km x 0,30€ = 900€

- Ermäßigter Rundfunkbeitrag von 5,99€ wenn keine Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen möglich ist

- Steuerfreibetrag: 1060€

 

• 90%

-Sozialtarif beim Telefon: Blindheit oder Gehörlosigkeit: Ermäßigung bei den Verbindungsentgelten bis zu 8,72€ netto monatlich im Rahmen des Sozialtarifs, aber nur für bestimmte Tarife nicht bei Flatrates

-Steuerfreibetrag: 1230€

 

• 100%

- Freibetrag beim Wohngeld: 1500€

- Freibetrag bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer in bestimmten Fällen

- Abzug eines Freibetrags bei der Einkommensermittlung im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung 4500€

- Steuerfreibetrag: 1420€

 

b) Verschlechterungs/Verschlimmerungsantrag

Einen Verschlechterungsantrag kann man stellen, wenn man denkt dass die Grad der Behinderung mehr geworden sind. Allerdings sollte man sich vor der Beantragung im klaren sein, dass hier nicht nur die Prozente hochgesetzt werden können. Ein Verschlechterungsantrag bedeutet, dass der Fall komplett neu aufgerollt wird und alle Informationen davor verfallen. So kann das Amt auch entscheiden, dass man weniger Prozente bekommt als man davor hatte. Nicht selten passiert es, dass der Patient hier anderer Meinung ist. Doch das Amt entscheidet nicht nach körperlichem Wohlbefinden, sondern lediglich nach schwere der Erkrankung. Also, wenn man zufrieden ist mit den vorhandenen Grad der Behinderung und sie nicht für etwas bestimmtes höher braucht, ist abzuraten einen Verschlechterungsantrag zu stellen.

 

 

 

2. Stress

 

Ein weiterer großer Faktor neben UV-Licht, Viren und Hormonen, der einen Schub oder den Ausbruch begünstigt, ist körperlicher sowie seelischer Stress. Auf den Krankheitsverlauf wirken sich Angst und Stress negativ aus. Deshalb sollte man dafür Sorgen möglichst ruhig und zufrieden zu leben. Allein schon die Krankheit zu akzeptieren, kann eine große Entlastung sein, doch bis dahin ist es für viele ein weiter Weg und eine große Herausforderung. Zudem sollte man sich, wenn möglich, von Menschen und anderen Einflüssen, die einem mehr Schaden als gutes tun, verabschieden.

 

Zur Stressbewältigung kann es sinnvoll sein eine Verhaltenstherapie oder Selbsthilfegruppen aufzusuchen. Oft helfen andere betroffene Menschen bei der Krankheitsbewältigung mehr weiter als Unbeteiligte.

Zudem sollte man versuchen sich so viel positive Erfahrungen wie möglich zu verschaffen und nie das positive Denken aufgeben.

 

Doch was ist …

 

• Stress

Der Ursprung dieses Gefühls liegt in der Frühzeit. Damals war es notwendig auf Angriffe oder Gefahren blitzschnell zu reagieren, in Form einer Flucht oder eines Angriffes. So hat unser Organismus es geschafft, dass in kürzester Zeit viel Energie zur Verfügung gestellt werden kann und somit das Reaktionsvermögen stark erhöht wird. In einer Stresssituation steigt der Blutdruck, die Atmung wird beschleunigt, Muskeln werden angespannt, Pupillen weiten sich, Herzfrequenz erhöht und die Tätigkeit von Geschlechts- und Verdauungsorgane werden herabgesetzt.

 

• Körperlicher Stress

Heutzutage gibt es keinen Stress mehr, der „normal“ ist. Die Stressfaktoren sind stattdessen häufig Reizüberflutung, zu viele Aufgaben auf einmal, Isolation, Alltagsprobleme, Lärm u.s.w.

Man kann ihn nicht mehr natürlich durch Flucht oder Angriff abbauen und somit führt es zu Bluthochdruck, schnellerem Puls, verkrampften Muskeln, schlechterer Durchblutung und ähnlichen schädlichen Reaktionen des Körpers. Da der Körper den Stress nicht ordnungsgemäß abbauen kann, endet es im körperlichen Stress und schadet auf Dauer der Gesundheit.

 

• Seelischer Stress

Dieser wird durch seelische Belastung, wie zum Beispiel Streit oder Ärger, ausgelöst. Er wird von der Psyche ausgelöst. Beispielsweise bei chronisch Kranken ist er weit verbreitet, da sie sich über vieles klar werden müssen und sehr viele Dauerängste haben.

 

 

3. Berufsbildungs- und Förderungswerke

 

Für die meisten ist früher oder später das Thema Arbeit ein großer Punkt in ihrem Leben. Jugendliche fragen sich, wie sie mit ihren Einschränkungen eine gute Ausbildung bekommen können. Erwachsene sind verzweifelt, weil sie ihren Beruf nicht weiter ausführen können. Eine große Unterstützung bieten die Berufsbildungs- sowie Förderungswerke. Doch was ist das? Und wo ist der Unterschied?

 

Ein Berufsbildungswerk (BBW) ist eine Einrichtung, die der beruflichen Erstausbildung körperlich, psychisch beeinträchtigter und benachteiligter junger Menschen dient. In fast jedem Werk gibt es ein Internat, sowie eine umfassende Betreuung von Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen. In Deutschland gibt es rund 52 Berufsbildungswerke, mit der Chance auf die Ausbildung in über 200 Berufen. Bevor man in ein Werk kommt, erhält man in den meisten Fällen die Möglichkeit sich verschiedene Berufe anzuschauen. Dies nennt sich Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, dauert zwischen 11 und 24 Monaten und wird von der Agentur für Arbeit finanziert. Es wird darauf geachtet bestmöglich auf die jeweilige Behinderung einzugehen, so dass diese kein größeres Hindernis bietet.

 

Neugierig geworden? Genauere Infos findet ihr hier: http://www.bagbbw.de

 

 

Das Berufsförderungswerk ist von der Struktur wie das BBW aufgebaut. Auch hier werden die Auszubildenden von medizinischen, sozialpädagogischen und psychologischen Fachdiensten betreut und es gibt Wohnmöglichkeiten. Gedacht ist es für Personen, die aufgrund ihrer Einschränkungen nicht mehr den Beruf ihrer Erstausbildung nachgehen können und Umschulen müssen.

 

Neugierig geworden? Hier weitere Infos: PDF zum Lesen und Abspeichern