SLE - Systemischer Lupus Erythematodes

 

Inhaltsangabe - Was ist das für eine Krankheit und wie gehe ich damit um?

 

1. Definition (siehe unten)

2. Diagnose "Lupus-Was nun?" (Einstieg, Beantragen, Depressionen)

3. Arten

4. Medikamente

5. Was wir wissen sollten

6. Lupus und Hormone

7. Symptomerklärungen

8. Begleiterkrankungen

9. Wusstest du ... ?

 

 

SLE - Systemischer Lupus erythematodes

 

SLE gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Er zählt zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und gehört zur Gruppe der Kollagenosen. (Kollagenose = entzündliche Bindegewebserkrankung)

 

Der Name setzt sich aus drei Wörtern zusammen.

Systemisch steht für den Befall verschiedener Organe und Körperregionen.

Lupus heißt übersetzt Wolf (lateinisch) und bezieht sich auf die Narben im Gesicht mancher Patienten, die früher mit Wolfskratzern verglichen wurden. 

Erythematodes bedeutet gerötet und steht für die typische Gesichtsrötung, die den Umrissen eines Schmetterlings ähneln.

 

 

Verlauf

Normalerweise verläuft er in Schüben, somit sind längere symptomfreie Abschnitte von Monaten oder Jahren nicht ungewöhnlich. Doch auch wenn das Blutbild in Ordnung ist, können Beschwerden vorhanden sein.

Beim Lupus richtet sich das Immunsystem, das normalerweise vor Infektionen schützt, gegen den eigenen Körper. Es werden Antikörper von den B-Zellen gebildet, die fälschlicherweise das körpereigene Gewebe als fremd ansehen. Diese werden Autoantikörper (ANA) genannt. Sie bilden Eiweißkomplexe, die sich an der Wand von den kleinen Blutgefäßen ablagern und somit Entzündungsreaktionen auslösen. Da im ganzen Körper diese Blutgefäße vorhanden sind, kann es für jeden Betroffenen zu einem unterschiedlichen Organbefall kommen. Somit hat jeder Patient einen individuellen Krankheitsverlauf.

Bei manchen Medikamenten kann es als Nebenwirkung zu einem Medikamenten-induzierten Lupus-Syndrom kommen. Dieser verschwindet in der Regel nach dem Absetzen des jeweiligen dafür verantwortlichen Medikaments.

 

 

Ursache

Die Auslöser für diese Krankheit ist unklar. Allerdings vermutet man, dass Schwangerschaft und Entbindung, starke Infektionen und UV-Strahlen den Ausbruch der Krankheit fördert oder Schübe verschlimmern können.

 

Symptome

Zu Beginn der Krankheit kann es unter anderem zu einem Müdigkeits- und Abgeschlagenheitsgefühl, Fieber, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellungen, gelegentliche Übelkeit, Haarausfall, einen nicht erholenden Schlaf, Gelenkschwellungen- und schmerzen, vermehrte Bindehautentzündungen oder auffällige Mund- und Augentrockenheit kommen.

 

Während der Krankheit kann es zu verschiedenen Symptomen kommen:

 

- Gelenkbeschwerden/Rheuma

Arthritis (schmerzhafte Entzündungen verschiedener Gelenke) und Myositis (schmerzhafte Entzündungen der Muskeln). Zudem kann das Bindegewebe von Gelenken, Sehnen und Muskeln nachlassen. Dies kann zu Deformationen oder Fehlstellungen führen.

 

- Haut

Bei den meisten Patienten befällt die Erkrankung die Haut. Typisch dafür sind schmetterlingsförmige Hautveränderungen im Gesicht, welche von Sonneneinstrahlungen verstärkt werden können. Auch an anderen Stellen des Körpers können Hautveränderungen auftreten.

 

 

- Bauchraum und Lymphknoten

Es kann zu einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) kommen. Dies kann sich durch Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen äußern. Eine Lymphadenopathie (krankhafte Schwellung der Lymphknoten) kann ebenfalls auftreten.

 

- Lunge

Durch eine Pleuritis (Rippen- oder Brustfellentzündung) kann es zu Flüssigkeitsansammlungen kommen, die starke Schmerzen beim Atmen verursachen. Im Laufe des SLE’s kann es zu einer Lungenfibrose (nachlassen der Elastizität der Lunge) kommen, dies führt zu Luftnot bei Anstrengungen.

 

- Nieren

Eine erhöhte Eiweißausscheidung oder Blut im Urin weist auf eine Nierenentzündung, der Lupusnephritis hin. Wird dies nicht behandelt kann es zu einem Verlust der Funktionsfähigkeit der Niere kommen.

  

- Herz

Es können entzündliche Veränderungen des Herzbeutels, der Herzinnenhaut, Herzmuskelentzündung oder auch ein Befall der Herzklappen auftreten.

 

- Zentrales Nervensystem (ZN)

Lupus kann zu Veränderungen im Gehirn führen. Dies kann epileptische Anfälle, migräneähnliche Kopfschmerzen, Koordinationsstörungen, Konzentrationsstörungen, psychische Veränderungen (zum Beispiel Depressionen oder Psychosen), unkontrolliertes Zittern oder Krämpfe bis hin zum Schlaganfall zur Folge haben.

 

- Blutbild

Das Blutbild kann zu wenig weiße und/oder rote Blutkörperchen aufweisen, teilweise auch zu wenig Blutplättchen. Dadurch kann eine Anämie (Blutarmut) entstehen oder erhöhte Neigung zu Blutungen.

  

- Gefäße

Bei der Vaskulitis (Entzündung der kleinen Hautgefäße) kommt es zu Einblutungen der Haut, beispielsweise an den Unterschenkeln, Händen, Fingern und Schleimhäuten. Diese äußern sich in kleinen roten Punkten bis hin zu Flecken.

Es kann zu einem Raynaud-Syndrom kommen. Bei diesem verfärben sich die Finger weiß oder bläulich.

   

- Augen

Durch Entzündungen der Blutgefäße hinter den Augen kann es zu einem eingeschränkten Sichtfeld bis hin zu Ausfällen und Schleier sehen kommen.

  

- Speichel- und Tränendrüsen

Das Sjögren-Syndrom führt dazu, dass zu wenig Sekret von Speichel- und Tränendrüsen gebildet wird.

 

 

- Haare

Es kann zu kreisrundem Haarausfall kommen.

  

Diagnose

Da Lupus oft schleichend beginnt, eher selten ist und aufgrund der vielfältigen Symptome anderen Erkrankungen ähnelt, liegt oft ein großer Zeitraum zwischen Ausbruch und Diagnose. Um die Krankheit sicher zu diagnostizieren benötigt man eingehende Untersuchungen. Wenn man lupusähnliche Symptome aufweist, sollte man einen Rheumatologen aufsuchen. Dieser fragt nach allgemeinen oder speziellen Beschwerden, sowie Vorerkrankungen. Zudem untersucht er den Körper nach typischen Anzeichen von Haut- und Schleimhautveränderungen, Gelenkbeschwerden etc. Außerdem wird das Blut des Patienten auf die typischen Autoantikörper untersucht.

 

Nach einem Kriterienkatalog der Fachorganisation der amerikanischen Rheumatologie „American College of Rheumatology“ besteht ein Verdacht auf SLE wenn 4 der folgenden 11 Symptome vorliegen:

 

  • Schmetterlingserythem im Gesicht
  • Diskusähnliche Hautveränderungen, kreisrunde rote Hautflecken
  • Lichtempfindlichkeit (anhaltende Hautrötungen wie bei einer Sonnenallergie)
  • wiederkehrende Geschwüre im Mund ohne sonstige Ursachen
  • nicht anderweitig erklärbare Gelenkschwellungen
  • Rippen- oder Brustfellentzündungen, Herzbeutelentzündungen
  • Nierenentzündungen ohne Infektion mit Eiweiß und Blut im Urin
  • Krampfanfälle oder Psychosen die nicht von einer Medikamenteneinnahme oder Stoffwechselstörung ausgelöst wurden
  • Unklare anhaltende Verminderung der roten oder weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen
  • Eindeutige Antikörpertests: Anti-dsDNA-Antikörper, Anti-SmAntikörper, Antiphospholid-Syndrom.
  • Positive Antinukleare Antikörper (ANA) die nicht durch Medikamente oder andere Erkrankungen verursacht werden.

 

 

Nach der Diagnose

Es ist nicht bekannt, was den Lupus hemmen oder am Ausbruch hindern kann. Doch wenn man die Diagnose hat, sollte man auf verschiedene Dinge achten:

 

  • Man sollte sich in regelmäßigen Abständen vom Rheumatologen (bei mir ist es im Halbjahrestakt, dies kann jedoch durch Absprache auch anderweitig festgelegt werden) und je nach Krankheitsverlauf auch von anderen Fachärzten untersuchen lassen. Auch ohne größere Organbeteiligung sollte man bei Lupus regelmäßig alles untersuchen lassen.
  • Übergewicht vermeiden.
  • Wenn möglich auf Nikotin und Alkohol verzichten.
  • Auf eine ausgewogene und fettarme Ernährung achten.
  • Auf eine regelmäßige Bewegung achten und in Maßen Sport betreiben.
  • UV-Licht und Sonne meiden. Nie ungeschützt in die Sonne gehen, sich mit Sonnenschutzmittel Lichtschutzfaktor 50 eincremen und wenn es geht langärmlige Sachen anziehen.
  • Bei kalten Temperaturen darauf achten sich warm zu halten.
  • Sich vor Infektionen schützen, besonders wenn immununterdrückende Medikamenten eingenommen werden. (Häufig Hände waschen, Infektionsmittel benutzen, große Menschenmengen meiden, nicht mit kranken Leuten in nahen Kontakt kommen, … )
  • Wenn möglich auf Lebendimpfungen verzichten.